In der Literaturwelt herrscht stetig die Diskussion, ob ein Autor gleichzeitig Leser sein muss, um das jeweilige Genre treffend zu bedienen. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Menschen sind individuell, deshalb will ich dazu keine eindeutige Meinung abgeben. Ich für meinen Teil bin beides aus Leidenschaft, und wenn das mein Schreibhandwerk voranbringt – umso besser.

Stellt sich konsequenterweise die Frage, ob der eigene Stil beziehungsweise die Richtung überhaupt vom Leseverhalten beeinflusst wird. Ich persönlich lümmele mich unter anderem gern mit Stephen King, Oscar Wilde, Jack Ketchum, Marion Zimmer Bradley, Wolfgang Hohlbein, Richard Laymon, Sebastian Fitzek, Anne Rice, John Katzenbach, Sergej Lukianenko, Karin Slaughter, Victoria Holt, H.P.Lovecraft, Jack London, Bentley Little oder Clive Barker auf die Couch. Was sagt die Auswahl über mich aus? Vermutlich, dass ich mich eher zur phantastischen und düsteren Seite der Literatur hingezogen fühle.

Aber ich bin trotzdem für vieles offen. So ist seit Jahr und Tag Der Schimmelreiter von Theodor Strom mein unangefochtenes Lieblingsbuch. Ebenfalls einen festen Platz im Regal besitzen interessante Biographien wie Die Umarmung des Bären von Patricia van Tighem oder Ausgefallenes und Schräges wie Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams. Zudem bevölkern meine vier Wände diverse Anthologien, Märchen und Sagen, außerdem Sachbücher zu Geschichte, Mythologie, Kunst und Kultur.

Ich mag es ganz allgemein, wenn ein Buch mich überrascht und gleichzeitig meine Erwartungen erfüllt. Sei es aufgrund einzigartiger Figuren (Hannibal von Thomas Harris), eines komplex detailreichen Aufbaus (Der Herr der Ringe von J.R.R. Tolkien) oder ungewöhnlicher Inhalte (Quest von Andreas Eschbach). Dafür dürfen sie ruhig mit einem gewöhnungsbedürftigen Grundton (Schwarzer Abgrund von Kathe Koja), einer veralteten/eher untypischen Erzählform (Dracula von Bram Stoker), verschlungenen Fäden über mehrere Bände (Die Blackstone Chroniken von John Saul) oder Ähnlichem aufwarten.

Nur ein kleiner Querschnitt durch meine Bibliothek …

Jedes Buch und jede Geschichte hinterlässt dabei natürlich Spuren. Ein Quäntchen ihrer Essenz fließt deshalb sicher in meinen eigenen Schreibstil mit ein. Am Ende jedoch zu sagen, sie hätten mich beeinflusst beziehungsweise inspiriert, wäre wohl übertrieben. Denn so wichtig mir die obenstehenden Namen und Titel als Leser sind – als Autor will ich Neues schaffen.

 

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